Existenzgründung (Start-Up)

Der erstmalige Schritt in die Selbständigkeit bedarf einer eingehenden, qualifizierten Begleitung durch sehr erfahrene Berater.

Im Team können Steuer- und Rechtsberater, Kreditinstitut, Betriebsberater von IHK oder Handwerkskammer und Versicherungsberater/-makler gemeinsam mit dem Existenzgründer ein durchgängiges, schlüssiges Konzept entwickeln. Dem Steuer- und Rechtsberater fällt dabei in der Regel die Rolle des Motors und Koordinators aller Aktivitäten zu.

Bei der Finanzierung ist unbedingt zu beachten, dass nicht nur die reinen Investitionen in Maschinen, Einrichtung, Büroausstattung etc. kalkuliert werden, sondern auch der (meistens unterschätzte) Bedarf für Betriebsmitteln und Anlauffinanzierung. Grundsatz: Die Kosten laufen ab dem ersten Tag; die Einnahmen kommen erst später!

Wer sich selbständig macht, ist meist ein guter Fachmann, der sein Metier beherrscht. Es muss aber auch bedacht werden, dass zur Selbständigkeit mehr gehört. Neben der Produktion oder Dienstleistung selbst müssen Aufträge gesucht, Angebote ausgearbeitet und Bestellungen an Lieferanten aufgegeben werden. Die fertige Arbeit muss in Rechnung gestellt und die Zahlung überwacht werden. Wer Arbeitnehmer beschäftigt, muss sie anweisen, überwachen und mit angemessener Sozialkompetenz führen.

Wer als Arbeitnehmer feststellt, dass es bei seinem Arbeitgeber gut läuft, kommt schnell auf die Idee, das Geschäft als Selbständiger auf eigene Rechnung zu machen. Dabei wird nur allzu oft versäumt, den Markt und insbesondere seine künftige Entwicklung genau zu analysieren. Auch die Konkurrenz muss eingehend untersucht werden. Dies gilt ebenso für deren Leistungsfähigkeit wie Preisgestaltung (Achtung: Im Handwerk gibt es leider oft Konkurrenten, die nicht kostendeckend kalkulieren, so dass ein fairer Wettbewerb erschwert ist).

Immer wichtig: Der Ehepartner muss mit der Existenzgründung voll einverstanden sein und sie mittragen. Dies kann durch direkte Mitarbeit geschehen, oder auch einfach durch Akzeptieren, dass der Ehepartner weniger Zeit für private Dinge hat. Immer gilt: Die Selbständigkeit bringt ausnahmslos immer hohe Anforderungen an Einsatz von Zeit und Kraft mit sich!

Die 4 Todsünden der Existenzgründung:

  1. Bei der Finanzierung den Betriebsmittelbedarf und die Anlauf-Finanzierung unterschätzen.
  2. Die Meinung, es reiche aus, ein guter Fachmann seiner Branche zu sein, ohne die eigenen Fähigkeiten zur Unternehmensführung hinreichend zu hinterfragen.
  3. Den Markt, die künftigen Entwicklungen und die Konkurrenz nicht genügend erforschen.
  4. Den Ehepartner und die Familie nicht genügend in die Entscheidung zur Existenzgründung einzubinden.